Die britische Regierung unter Keir Starmer warb laut einem Medienbericht dafür, dass UBS bei einem Wegzug aus der Schweiz London als neuen Hauptsitz wählt. Unter Berufung auf Quellen berichtete die Financial Times, Finanzministerin Rachel Reeves habe unter dem früheren Premierminister einen Wechsel von Hauptsitz und Börsenkotierung der Grossbank nach London angestrebt, sollte diese ihren Schweizer Standort aufgeben.
Während ihrer Amtszeit als Finanzministerin brachte Reeves London in Gesprächen mit Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher als möglichen neuen UBS-Standort ins Spiel. Erörtert wurden Möglichkeiten, den rechtlichen Sitz und die Börsenkotierung der UBS nach Grossbritannien zu verlegen, falls die Bank ihren Sitz in ein anderes Land verlagern sollte. Das jüngste Treffen fand Anfang dieses Jahres statt. Reeves war von Juli 2024 bis Juli 2026 Finanzministerin und verlor ihr Amt unter der neuen Labour-Regierung von Andy Burnham.
Ein Umzug der UBS nach London wäre laut dem Bericht ein bedeutender Erfolg für Grossbritannien. Mit einer Bewertung von 129 Mrd. Franken beziehungsweise 118 Mrd. britischen Pfund wäre die Bank das viertgrösste Unternehmen im FTSE 100 hinter HSBC, Shell und AstraZeneca.
UBS ist in Grossbritannien bereits stark vertreten und beschäftigt dort rund 8'000 Mitarbeitende im Investmentbanking, in der Vermögensverwaltung und im Asset Management.
UBS hat zwar erklärt, weiterhin von der Schweiz aus tätig sein zu wollen. Kelleher räumte im vergangenen Monat jedoch öffentlich ein, dass die Bank ihren Schweizer Standort überdenken könnte, falls höhere regulatorische Anforderungen zu belastend ausfallen.
Die Gespräche zwischen Reeves und Kelleher zeigen auch, wie die Regierung Starmer seit ihrem Amtsantritt 2024 internationale Unternehmen nach Grossbritannien zu locken versuchte. Reeves erhielt Lob aus dem Bankensektor, nachdem sie die Branche im Budget des Vorjahres von Steuererhöhungen verschont hatte.

