Die Berichterstattung der Unternehmen zum dritten Quartal prägt das Geschehen am Schweizer Aktienmarkt. Unter anderem legten Givaudan, Sulzer, VAT Group und DocMorris Zahlen vor. Zugleich zog der Investorentag von Lonza im kalifornischen Vacaville Aufmerksamkeit auf sich. CEO Wolfgang Wienand und sein Führungsteam stellten dort mittelfristige Ziele vor. Charles Weston von der Royal Bank of Canada bestätigte für Lonza die Einstufung «Outperform» und das Kursziel von 760 Franken. Er verwies auf Potenzial für Margenverbesserungen durch höhere Produktionsvolumen und Skaleneffekte bei Integrated Biologics. Westons Modell berücksichtigt die neuen mittelfristigen Ziele noch nicht. Wienand signalisierte Offenheit für künftige Zukäufe von Produktionsstandorten.
Partners Group meldete der SIX Swiss Exchange dagegen Aktienkäufe von Geschäftsleitungsmitgliedern in Millionenhöhe. Dennoch bewegten sich die Titel des Private-Equity-Spezialisten aus Baar nahe Mehrjahrestiefs. Die seit Mitte Juni an der SIX gemeldeten Transaktionen summieren sich auf mehr als 68 Mio. Franken, seit Jahresbeginn auf knapp 135 Mio. Franken. Die seither registrierten Transaktionen unterscheiden sich jedoch von früheren Käufen: Sie entsprechen eher Absichtserklärungen, bei denen sich Käufer verpflichten, über einen Zeitraum von 12 Monaten mithilfe von Volatilitätshandelsstrategien Aktien zu erwerben.
Drei kürzlich offengelegte Transaktionen beinhalten eine nicht handelbare Knock-out-Struktur. Diese ermöglicht dem Käufer, an 252 vorab festgelegten Handelstagen jeweils 58 Partners-Group-Aktien zu 567,20 Franken je Aktie zu erwerben, sofern der Schlusskurs 761,54 Franken nicht überschreitet. Wird diese Schwelle überschritten, endet das Finanzinstrument sofort, und es erfolgen keine weiteren Aktienkäufe. Dieser Mechanismus deutet darauf hin, dass die Inhaber wenig Interesse an einem Schlusskurs über der festgelegten Schwelle haben könnten. Dies relativiert die Signalwirkung der gemeldeten Käufe.
Bei UBS äusserte sich Thomas Hallett, Analyst bei Keefe, Bruyette & Woods, vorsichtig zur Kostenentwicklung im Investmentbanking und zu den Nettoneugeldtrends. Er bestätigte die Einstufung «Underperform» und das Kursziel von 42 Franken. Gleichzeitig sprach sich die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats für die Einführung eines Public Liquidity Backstop aus. Uneinigkeit besteht allerdings weiterhin darüber, ob Banken für die vom Staat bereitgestellte Liquidität eine Gebühr entrichten sollen.
Nicolas Payen, Analyst bei Kepler Cheuvreux, schätzte die vorgeschlagene Gebühr auf knapp 110 Mio. Dollar. Er bezeichnete sie als mögliche UBS-Steuer, die weniger als ein Prozent des Vorsteuergewinns der Grossbank ausmache. Payen erwartet einen verstärkten Nachrichtenfluss zur Zukunft der Bank in der Schweiz. Vorausgegangen waren Berichte im Wall Street Journal und in der Financial Times über Notfallpläne, mögliche Standortverlagerungen und spekulative Zusammenschlüsse mit internationalen Rivalen wie Morgan Stanley oder Standard Chartered. Diese Diskussionen fallen mit den laufenden Debatten im Nationalrat über strengere Kapitalanforderungen für Schweizer Finanzinstitute zusammen.

