Der Swiss Market Index schloss am Montag 0,53% höher bei 14'538,95 Punkten. Nach einem freundlichen Start und einer anschliessenden Seitwärtsbewegung um die Marke von 14'500 Punkten legte der Leitindex gegen Handelsschluss zu. Unterstützung kam von sinkenden Ölpreisen, tieferen Anleiherenditen und ermutigenden deutschen Konjunkturdaten.
Von den 20 SMI-Titeln schlossen 14 im Plus und sechs im Minus. An der Spitze lagen ABB mit einem Gewinn von 2,8% und Sandoz mit 2,1%. Der Generikahersteller veröffentlicht am Mittwoch seinen Quartalsumsatz. Dahinter folgten Roche mit einem Plus von 1,4% und Richemont mit 1%. Auf der Verliererseite büsste Sika 2,2% ein, Givaudan 1,3% und Swiss Re 0,4%.
Roche stützte den Index dank positiver Studiendaten zum Lungenkrebsmedikament Divarasib. Nestlé legte um 0,1% zu, während Novartis 0,4% verlor. Vor den am Dienstag erwarteten Quartalszahlen stand Novartis zudem unter dem Eindruck gemischter Detaildaten zum Multiple-Sklerose-Medikament Remibrutinib. Unter den baunahen Aktien schloss Holcim nach dem Kurssprung vom Freitag mit einem Plus von 0,1% nahezu unverändert. Bei Sika hielten dagegen nach den Quartalszahlen vom Freitag die Gewinnmitnahmen an.
Am breiten Markt stieg der Swiss Performance Index um 0,6% auf 20'507,95 Punkte. Kuros gewann 3,5% und setzte damit die Erholung nach erfreulichen Quartalszahlen fort. Idorsia legte nach der Ankündigung eines Forschungsprogramms zu Quviviq bei Autismus um 3,6% zu. VAT stieg trotz einer Kurszielsenkung durch Berenberg um 2,4%. Kühne+Nagel gewann 2,5%, nachdem UBS das Kursziel auf CHF 230 angehoben hatte. Burckhardt verlor nach einer Herabstufung durch Kepler Cheuvreux 1,5%, Bystronic büsste 8,1% ein. Swiss Prime Site gab nach der Bekanntgabe neuer mittelfristiger Ziele und der vollständigen Übernahme von FlexOffice 0,6% nach. Aryzta legte um 0,4% zu und kündigte die Schliessung von zwei deutschen Werken sowie den Abbau von rund 600 Stellen an.
Der Goldpreis am Kassamarkt stieg um 0,6% auf 4'018,81 Dollar je Unze und erholte sich damit von einem in der vorherigen Sitzung erreichten Tief seit mehr als drei Monaten. Sinkende Ölpreise dämpften vor der Sitzung der US-Notenbank in dieser Woche die Inflationssorgen. Am Freitag war Kassagold auf 3'975 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit dem 20. Juli gefallen. US-Goldfutures mit Lieferung im Dezember legten um 0,7% auf 4'033,60 Dollar je Unze zu. Bob Haberkorn, leitender Marktstratege bei StoneX, erklärte, der leichte Rückgang des Rohölpreises und der Einstieg von Schnäppchenjägern hätten Gold gestützt. Bis zum Zinsentscheid dürfte der Handel um die Marke von 4'000 Dollar ruhig bleiben.
Tesla-Aktien stiegen am Montag um 6%, nachdem Barclays-Analyst Dan Levy den Titel von «Equal Weight» auf «Overweight» hochgestuft hatte. Er verwies auf Potenzial aus den Perspektiven des Kerngeschäfts des Autoherstellers sowie auf Diskussionen über eine mögliche Fusion mit SpaceX. Levy erklärte, das Kerngeschäft sei dieses Jahr nach zwei rückläufigen Jahren zum Wachstum zurückgekehrt. Für 2027 sehe er weiteres Potenzial durch die Nachfrage nach der Software Full Self-Driving und steigende Exporte aus Giga Shanghai. Tesla teilte zudem mit, das Energiegeschäft sei wegen der robusten Nachfrage von Rechenzentren für 2027 nahezu ausverkauft. Barclays erwartet bei den Auslieferungen von Energiespeichern ein Wachstum von mehr als 50%.
Die Aktien von Petrobras und Braskem brachen im frühen Handel nach der unerwarteten Wahl von Luiz Inácio Lula da Silva zum brasilianischen Präsidenten stark ein. Petrobras verlor 17,8%, und Braskem stürzte um 38,8% ab, da viele Anleger auf den gegenteiligen Ausgang gesetzt hatten. Trotz der Sorgen vor einer expansiven Finanzpolitik in Lulas erneuter Amtszeit äusserten sich mehrere Finanzhäuser, darunter UBS Global Wealth Management, Morgan Stanley, J.P. Morgan und Citigroup, rasch optimistisch zu brasilianischen Anlagen. Callum Stokeld, Analyst bei Panmure Liberum, erklärte, die Marktreaktionen könnten angesichts des deutlichen Rechtsrucks bei den gleichzeitig abgehaltenen Kongress- und Senatswahlen überzogen sein.
Zur Eröffnung an der Wall Street legten die Indizes nach den Verlusten vom Freitag zu, da leicht sinkende Ölpreise für Entlastung sorgten. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,4% auf 52'398 Punkte, der S&P 500 um 0,4% auf 7'656 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 setzte seinen Stabilisierungsversuch nach einem Einmonatstief fort und gewann 0,3% auf 29'052 Punkte. Im Zentrum der neuen Handelswoche stehen die erwarteten Quartalsberichte grosser US-Technologiekonzerne wie Microsoft, Alphabet und Amazon. Meta Platforms legte nach der Ankündigung einer Emission von Stamm- und Vorzugsaktien im Wert von bis zu USD 95 Mrd. um 2,4% zu. Bei Apple führten Gewinnmitnahmen zu einem Minus von 1,7%. In Europa notierte der DAX gegen Mittag mit 25'385 Punkten fast ein Prozent höher, und der EuroStoxx 50 gewann fast ein halbes Prozent auf 6'094 Punkte. Unterstützung kam von der verbesserten Stimmung deutscher Unternehmenslenker.

