Europas Aktienmärkte standen am Freitag weiter unter Abwärtsdruck. Belastend wirkten hohe Energiepreise, Bewertungssorgen im Bereich künstliche Intelligenz und enttäuschende Konjunkturdaten aus Frankreich. Auto- und Luxuswerte verzeichneten nach gemischten Unternehmensergebnissen besonders deutliche Rückgänge. Ein Stabilisierungsversuch an der US-Technologiebörse Nasdaq gegen Handelsende half jedoch, die Verluste vor dem Schluss etwas zu begrenzen.
Der EuroStoxx 50 verlor 0,31% auf 6'068,22 Punkte. Damit belief sich das Wochenminus des Leitindex der Eurozone auf 2,2%. Der Index liegt unter der 200-Tage-Linie, die die längerfristige Richtung anzeigt. Im Tagesverlauf fiel er am Freitag bis auf 6'021 Punkte und hielt sich damit knapp über der runden Marke von 6'000 Punkten, die er seit vier Monaten nicht mehr erreicht hatte. Zusätzlich zu den Sorgen um den französischen Staatshaushalt trübte sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im Oktober überraschend deutlich ein. Besonders ausgeprägt war der Rückgang in Frankreich.
Die negative Entwicklung erfasste am Freitag auch Märkte ausserhalb der Eurozone. Der Swiss Market Index (SMI) sank um 0,59% auf 14'462,36 Punkte, während der britische FTSE 100 um 0,32% auf 10'690,36 Punkte zurückging.
Autowerte waren am Freitag Europas schwächster Sektor. Enttäuschende Geschäftszahlen führten bei Volvo Cars zu einem Kurseinbruch um fast ein Viertel. Das Unternehmen war im dritten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Auch Nutzfahrzeughersteller Volvo AB konnte Anleger mit seinem Quartalsbericht nicht überzeugen. Die Aktie verlor 1,1%.
Im Luxussegment sorgten die Zahlen von Kering für eine weitere negative Überraschung. Die Aktie fiel unter dem Eindruck der Entwicklung bei der wichtigen Marke Gucci um 16,6%. Die Branchenkollegen Hermes und LVMH verloren 4% beziehungsweise 1,2%. Einen Lichtblick bot L'Oreal: Die Aktie des Kosmetikkonzerns gewann 5,6%. Analysten von Jefferies bezeichneten die Zahlen zum dritten Quartal als beeindruckend.
Holcim legte nach den Quartalszahlen um 5% zu. Analysten von Goldman Sachs hoben die robuste operative Entwicklung des Baustoffherstellers in einem schwierigen Marktumfeld hervor. Die Berichte anderer Branchenunternehmen kamen dagegen weniger gut an und liessen Sika um 2,3% fallen. Vinci schwankte zwischen Gewinnen und Verlusten und beendete den Handel schliesslich mit einem Plus von 0,5%.
Dank weiter steigender Rohölpreise führten Ölwerte die Branchenübersicht an. Die vom Iran unterstützte Huthi-Bewegung meldete einen Angriff auf das saudi-arabische Verteidigungsministerium in Riad, wodurch sich die geopolitischen Spannungen weiter verschärften. Eni sprang nach einem Gewinnsprung im dritten Quartal und der Ankündigung einer Sonderdividende um 5,8% nach oben.
Enttäuschung über den Quartalsbericht von Safran liess die Aktien des Triebwerksherstellers und Luftfahrtzulieferers um 10% fallen. Im Sog von Safran verlor Rolls-Royce 7,6%, MTU 4,8% und Melrose 4,7%.

