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Bundesbank-Vorstand betont Rolle der Wertpapierinstitute in Europa

Lutz Lienenkämper sprach auf einer Fachtagung in Frankfurt über die Bedeutung der Wertpapierinstitute für die Spar- und Investitionsunion.

Redaktion Helvetic Markets · 26 Oct 2026 · 16:00 · 2 Min. Lesezeit
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Bundesbank-Vorstand betont Rolle der Wertpapierinstitute in Europa
Photo: Matti Blume / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ein leistungsfähiges Finanzsystem braucht unterschiedliche Anbieter und Geschäftsmodelle. Dies erklärte Bundesbank-Vorstand Lutz Lienenkämper auf der dritten Fachtagung zur Regulierung von Wertpapierinstituten in der Kapitalmarktunion in Frankfurt. Dass die fast 700 deutschen Wertpapierinstitute sehr heterogen seien, sei eine Stärke des Finanzplatzes. Die Institute würden eine wichtige Rolle in der Spar- und Investitionsunion spielen, indem sie Anleger beraten, Vermögen verwalten und für liquide Wertpapiermärkte sorgen. Vertreter aus Wissenschaft und Aufsicht diskutierten auf der diesjährigen Tagung unter anderem über das Risikomanagement von Wertpapierinstituten, ESG und Kryptowerte-Dienstleistungen im Aufsichtsrecht. Dabei betrachteten sie die Themen aus deutscher und europäischer Perspektive.

Lienenkämper betonte die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit nationaler und europäischer Aufsichtsbehörden. Ein grenzüberschreitend tätiges Institut erlebe Europa zuerst im Kontakt mit Behörden und müsse darauf vertrauen können, dass gleiche Sachverhalte überall nach gleichen Massstäben beurteilt werden. Neben einheitlichen Regeln sei eine gemeinsame Aufsichtspraxis entscheidend, die im direkten Austausch entstehe. Hier setze das Paket der Europäischen Kommission zur Marktintegration und Aufsicht an. Sein Erfolg werde daran gemessen, ob der Marktzugang für Institute und Anleger im Geschäftsalltag tatsächlich leichter werde.

Mehr Menschen würden den Kapitalmarkt nur nutzen, wenn sie ihm vertrauten, erklärte Lienenkämper. Er plädierte für einen besseren Anlegerschutz und mehr Finanzkompetenz in der Bevölkerung. Bessere Anlagemöglichkeiten entfalteten ihren Nutzen erst, wenn Menschen Chancen, Risiken und Kosten beurteilen könnten. Die Bundesbank bringe ihre langjährige Erfahrung in der Finanzbildung in Initiativen des Bundes ein. Sie helfe Menschen, Anlage- und Vorsorgeentscheidungen selbstbestimmt zu treffen, und stärke damit Unabhängigkeit und Teilhabe.

Beim Risikomanagement begrüsste Lienenkämper neue, speziell auf Wertpapierinstitute ausgerichtete Anforderungen, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Der Grundgedanke sei richtig: Ein Wertpapierinstitut sei keine kleine Bank und brauche einen Rahmen, der seinem eigenen Geschäft entspreche, statt einer verkleinerten Fassung eines anderen Modells. Bisher seien Bankenregeln sinngemäss auf Wertpapierinstitute angewandt worden. Der neue Rahmen bleibe mit den Bankenregeln abgestimmt.

Die neuen Vorschriften sind stärker prinzipienorientiert und erfordern eine einheitliche Aufsichtspraxis. Die Bundesbank werde Erkenntnisse aus der laufenden Aufsicht einbringen, um nachvollziehbare Massstäbe und einen verlässlichen Dialog zu ermöglichen. Prinzipienorientierung verlange auf beiden Seiten Urteilsvermögen: Institute müssten begründen, weshalb ihre Lösung angemessen sei. Aufsichtsbehörden müssten geeignete Lösungen anerkennen, auch wenn diese von Fall zu Fall unterschiedlich ausfielen.

Vertreter von Aufsichtsbehörden teilten praktische Erfahrungen und diskutierten Herausforderungen der Aufsicht in Deutschland, Frankreich und Luxemburg sowie die Voraussetzungen für eine wirksame und proportionale Aufsicht aus europäischer Perspektive. Podiumsdiskussionen behandelten die neuen Anforderungen an das Risikomanagement und ihre Folgen für kleine und mittlere Institute sowie Fragen rund um die Verwahrung im Zusammenhang mit Kryptowerte-Dienstleistungen.

Die Fachtagung wurde zum dritten Mal gemeinsam von der Hochschule der Bundesbank und der Universität Basel organisiert. Sie bietet Fachleuten eine Plattform zum Austausch über aktuelle Aufsichtstrends bei Wertpapierinstituten.

Quelle: Deutsche Bundesbank – Press releases

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
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