Der Auftragseingang im deutschen Bauhauptgewerbe stieg im August 2026 deutlich. Mehrere Grossaufträge führten zum stärksten saisonbereinigten Monatsanstieg seit Beginn der Zeitreihe 1991, wie das Statistische Bundesamt Destatis mitteilte. Konkret legte der reale, also preisbereinigte Auftragseingang kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat Juli 2026 um 23,0% zu.
Nach Bausparten aufgeschlüsselt stieg der Auftragseingang im Hochbau um 12,4%, während der Tiefbau mit 31,6% deutlich stärker zulegte. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich von Juni 2026 bis August 2026 lag der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang um 7,6% über dem vorherigen Dreimonatszeitraum. Dabei verzeichnete der Hochbau ein moderates Plus von 0,6%, der Tiefbau einen Anstieg um 13,8%.
Gegenüber dem Vorjahresmonat August 2025 wuchs der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im August 2026 um 17,3%. Die Sparten entwickelten sich im Jahresvergleich unterschiedlich: Die Hochbauaufträge gingen um 1,7% zurück, während die Tiefbauaufträge um 36,4% nach oben sprangen. Der nominale, nicht preisbereinigte Auftragseingang lag zudem um 23,8% über dem Vorjahreswert.
Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe lag im August 2026 um 4,9% über dem entsprechenden Vorjahresmonat. Gleichzeitig stieg der nominale Umsatz im selben Zeitraum um 10,1% auf insgesamt EUR 10,9 Mrd.
Auch die Beschäftigung im Sektor nahm im Berichtsmonat zu. Die Zahl der Beschäftigten in Betrieben von Unternehmen mit 20 oder mehr tätigen Personen stieg im August 2026 gegenüber August 2025 um 1,5% auf rund 548'000 Personen. Sämtliche gemeldeten Daten beziehen sich auf Betriebe von Unternehmen mit mindestens 20 tätigen Personen, die überwiegend im Rohbau, im Tiefbau oder in spezialisierten Bautätigkeiten aktiv sind.
Destatis weist methodisch darauf hin, dass kurzfristige Konjunkturtrends vor allem anhand kalender- und saisonbereinigter Monats- oder Quartalsvergleiche beobachtet werden. Der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich dient dagegen längerfristigen Niveauvergleichen, unabhängig von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten. Umfassende Basisdaten und längere Zeitreihen zum Bauhauptgewerbe sind über die Tabellen der Datenbank GENESIS-Online und das offizielle Dashboard Konjunktur zugänglich, das hochfrequente Wirtschafts- und Finanzindikatoren bündelt.

