Im zweiten Quartal 2026 betrug das saisonbereinigte gesamtstaatliche Defizit gemessen am Bruttoinlandprodukt 3,3% in der Eurozone und 3,5% in der Europäischen Union. Dies geht aus Daten von Eurostat hervor, dem statistischen Amt der Europäischen Union. In der Eurozone stieg die Defizitquote leicht gegenüber den 3,2% im ersten Quartal 2026. In der EU nahm sie gegenüber den 3,1% des Vorquartals zu.
Die gesamten Staatseinnahmen der Eurozone beliefen sich im zweiten Quartal 2026 auf 46,8% des BIP. Der Rückgang gegenüber den 46,9% im ersten Quartal 2026 war hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der absolute Anstieg der saisonbereinigten gesamten Staatseinnahmen um rund EUR 21 Mrd. vom Anstieg des nominalen BIP übertroffen wurde. Die gesamten Staatsausgaben der Eurozone lagen bei 50,1% des BIP, nach 50,0% im Vorquartal. Grund war ein Anstieg der saisonbereinigten gesamten Staatsausgaben um rund EUR 28 Mrd.
In der EU betrugen die gesamten Staatseinnahmen im zweiten Quartal 2026 46,3% des BIP. Die Quote sank damit gegenüber den 46,4% im ersten Quartal 2026, weil der Anstieg der saisonbereinigten Gesamteinnahmen um rund EUR 25 Mrd. ebenfalls vom Anstieg des nominalen BIP übertroffen wurde. Die gesamten Staatsausgaben der EU erreichten 49,8% des BIP, nach 49,6% im Vorquartal. Dahinter stand ein Anstieg der saisonbereinigten Gesamtausgaben um rund EUR 42 Mrd. gegenüber dem Vorquartal.
Bei den einzelnen Mitgliedstaaten entwickelten sich die saisonbereinigten gesamtstaatlichen Überschüsse und Defizite im zweiten Quartal 2026 unterschiedlich. Belgien verzeichnete ein Defizit von 5,3% des BIP, nach 5,0% im ersten Quartal. In Bulgarien betrug das Defizit 5,3% des BIP, nach zuvor 7,9%. In Tschechien weitete sich das Defizit von 2,6% auf 3,3% des BIP aus. Dänemark erzielte einen Überschuss von 2,7% des BIP, nach 3,1% im ersten Quartal. Deutschland wies ein Defizit von 4,1% des BIP aus, nach 3,8% im Vorquartal. Estland meldete ein Defizit von 3,2% des BIP, nach 1,6% im ersten Quartal. Irland erzielte weiterhin einen Überschuss, der jedoch von 2,2% auf 1,9% des BIP sank. Griechenlands Überschuss stieg von 1,8% auf 2,2% des BIP, während Spanien ein gegenüber dem ersten Quartal unverändertes Defizit von 2,2% des BIP verzeichnete.
Frankreich meldete mit 5,1% des BIP ein gegenüber dem Vorquartal unverändertes Defizit. Kroatiens Defizit weitete sich von 3,4% auf 4,0% des BIP aus, und Italiens Defizit stieg von 2,7% auf 3,2% des BIP. Zypern erzielte einen Überschuss von 3,3% des BIP, nach 3,8% im ersten Quartal. Lettlands Defizit stieg von 1,5% auf 2,9% des BIP. Litauen verzeichnete ein Defizit von 3,2% des BIP, nach 0,8% im Vorquartal. Luxemburgs Defizit verringerte sich von 1,0% auf 0,2% des BIP. Ungarns Defizit weitete sich von 6,8% auf 7,2% des BIP aus. Malta verzeichnete ein Defizit von 4,0% des BIP, nach zuvor 3,9%. In den Niederlanden stieg das Defizit leicht von 1,9% auf 2,0% des BIP, während Österreich ein Defizit von 3,4% des BIP auswies, nach 3,3% im ersten Quartal. Polen meldete ein Defizit von 5,9% des BIP, nach 5,2% im Vorquartal. Portugal erzielte weiterhin einen Überschuss, der von 0,7% auf 0,8% des BIP zunahm. Rumäniens Defizit weitete sich von 5,5% im ersten Quartal auf 9,2% des BIP aus. Slowenien verzeichnete ein Defizit von 3,2% des BIP, nach 3,3%. In der Slowakei sank das Defizit von 3,0% auf 2,6% des BIP, während Finnland ein gegenüber dem ersten Quartal unverändertes Defizit von 3,3% des BIP meldete. Schwedens Defizit weitete sich von 1,1% auf 2,0% des BIP aus. Island verzeichnete ein Defizit von 2,7% des BIP, nach 2,9% im Vorquartal.

