Das deutsche Gastgewerbe verzeichnete im August 2026 gegenüber Juli 2026 einen realen, preisbereinigten Umsatzrückgang von 1,3% und ein nominales Minus von 1,2%, wie vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes, bekannt als Destatis, zeigen. Gegenüber dem Vorjahresmonat August 2025 sank der reale Umsatz um 4,2%, während der nominale Umsatz um 2,7% stieg. Die Zahlen für Juli 2026 gegenüber Juni 2026 wurden revidiert: Der reale Anstieg betrug 1,9% statt vorläufig 1,5%, das nominale Plus wurde von vorläufig 1,3% auf 1,7% angepasst.
Nach Teilbereichen verzeichneten Hotels und andere Beherbergungsanbieter im August 2026 gegenüber Juli 2026 ein Umsatzplus von real 0,4% und nominal 0,3%. Gegenüber August 2025 sank der Beherbergungsumsatz real um 0,4% und stieg nominal um 4,0%. Die Gastronomie verzeichnete dagegen im August 2026 gegenüber dem Vormonat einen realen Rückgang von 1,8% und ein nominales Minus von 1,7%. Gegenüber August 2025 sank ihr realer Umsatz um 5,4%, während die nominalen Zahlen ein Plus von 2,4% zeigten.
Die Konjunkturstatistik des Gastgewerbes wurde ab dem Berichtsmonat Juni 2026 methodisch umfassend überarbeitet. Dazu gehörten die Umstellung auf das neue Basisjahr 2021 und die Einführung von Laspeyres-Indizes anstelle traditioneller Messzahlen. Dies ermöglicht eine konsistente und methodisch harmonisierte Darstellung der Entwicklung auf übergeordneten Wirtschaftstätigkeitsebenen. Zudem wurde die Berichtseinheit von rechtlichen Einheiten auf deren fachliche Teile umgestellt. Wirtschaftliche Tätigkeiten können so differenzierter erfasst und genauer den jeweiligen Wirtschaftszweigen zugeordnet werden. Laut Destatis können diese Änderungen in einzelnen Berichtsmonaten zu vergleichsweise hohen Revisionen früherer Ergebnisse führen. Detaillierte Erläuterungen enthält ein Webartikel auf der Themenseite zum Gross- und Einzelhandel des Statistikamtes.
Die veröffentlichten Gastgewerbeumsätze entsprechen Nettoumsätzen ohne Mehrwertsteuer, die mit einem geeigneten Preisindex auf Nettopreisbasis deflationiert werden. Destatis betont die Bedeutung unterschiedlicher Vergleichszeiträume: Die kurzfristige Konjunkturbeobachtung konzentriert sich vor allem auf kalender- und saisonbereinigte Vormonatsvergleiche. Kalenderbereinigte Vorjahresvergleiche ermöglichen dagegen längerfristige Niveauvergleiche unabhängig von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten. Im Sommer können Ergebnisse der Gastgewerbe- und Tourismusstatistik zudem voneinander abweichen. Gründe sind zeitliche Unterschiede zwischen Beherbergungsumsätzen und tatsächlichen Übernachtungen sowie methodische Unterschiede der Datensätze.
Destatis berücksichtigt regelmässig verspätete Meldungen befragter Berichtseinheiten und aktualisiert die ersten Ergebnisse monatlich. Entsprechende Revisionstabellen zeigen die Auswirkungen. Langfristige monatliche Zeitreihen zum Gastgewerbe sind über Tabellen der Datenbank GENESIS-Online zugänglich. Die Daten fliessen ausserdem in das offizielle Portal Dashboard Konjunktur ein.

