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Europäische Aktienmärkte fallen wegen höherer Anleiherenditen und Sorgen um KI-Finanzierung

Europas Börsen starteten schwach in die Woche, begrenzten aber dank einer Erholung der Technologieaktien ihre frühen Verluste. Steigende Anleiherenditen und anhaltende Sorgen um die Finanzierung künstlicher Intelligenz belasteten die Stimmung.

Redaktion Helvetic Markets · 20 Oct 2026 · 06:00 · 3 Min. Lesezeit
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Europäische Aktienmärkte fallen wegen höherer Anleiherenditen und Sorgen um KI-Finanzierung
Photo: Alesia Kozik / Pexels

Die europäischen Aktienmärkte starteten schwach in die Woche. Die meisten grossen Indizes konnten sich in den letzten Handelsminuten jedoch von deutlich stärkeren Verlusten erholen. Zu dieser späten Stabilisierung trug unter anderem eine klare Erholung an der US-Technologiebörse Nasdaq bei. Insgesamt belasteten steigende Anleiherenditen weiterhin die Anlegerstimmung an den Aktienmärkten, während die Ölpreise ihre Verluste im Tagesverlauf verringerten. Trotz einer weltweiten Erholung im Technologiesektor bleiben die Sorgen um künstliche Intelligenz und ihren Kapitalbedarf ungelöst.

Der EuroStoxx 50 setzte seine jüngsten Schwankungen fort und schloss 0,96% tiefer bei 6'144,81 Punkten. Auch die Märkte in Frankreich, Spanien und Italien beendeten die Sitzung im Minus. Ausserhalb des Euroraums sank der britische FTSE 100 um 1,08% auf 10'764,69 Punkte. Der Schweizer SMI schloss nur moderat tiefer und verlor 0,16% auf 14'368,78 Punkte.

Analysten von Index-Radar bezeichneten Sorgen um die Finanzierung des KI-Booms als wesentliche Börsenbelastung. Diese hätten die Inflationsängste inzwischen überlagert. Anleger schichteten derzeit Kapital von riskanteren Technologieaktien in als sichere Häfen geltende Staatsanleihen um. Dahinter stehe die wachsende Erwartung, dass nicht alle geplanten KI-Projekte umgesetzt werden. Ein solcher Rückzug würde den künftigen Kapitalbedarf verringern und könnte das Wirtschaftswachstum stärker bremsen als bisher erwartet. Die Analysten halten deshalb die kommenden Tage für entscheidend: Quartalsberichte grosser US-Technologiekonzerne wie Tesla, Meta und SpaceX stellen den Sektor auf die Probe.

Zu den Energiemärkten erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners, steigende Ölpreise seien bisher gut verkraftet worden, blieben aber mit ihren zunehmenden wirtschaftlichen Auswirkungen ein bedeutendes Thema. Er bezeichnete den Rohölpreis als anhaltende Bedrohung für die Weltwirtschaft. Im breiten Stoxx Europe 600 war Technologie nach einem fast zweiwöchigen Rückgang die einzige Branche mit einem positiven Schlussstand.

Etoro-Marktanalyst Maximilian Wienke erklärte, Anleger seien nach den jüngsten Verkäufen wieder in den Markt eingestiegen. Die Erholung bleibe jedoch fragil, da Marktteilnehmer zunehmend bezweifelten, dass massive Infrastrukturinvestitionen in künstliche Intelligenz genügend Erträge bringen. Unter den Technologietiteln gehörten ASML mit einem Plus von 1,3% zu den stärksten EuroStoxx-Werten. In Amsterdam gewannen ASM 1,0% und BE Semiconductor 3,4%. Logitech führten den Schweizer SMI mit einem Plus von 2,5% an.

Banken und Rohstoffwerte standen dagegen unter starkem Verkaufsdruck. Grosse europäische Banken wie ING, BBVA, Unicredit, Intesa, Santander und BNP Paribas verloren jeweils rund zwei Prozent. In der Schweiz sanken UBS um 1,4%. Die in London kotierten HSBC und Barclays verloren 2,2% beziehungsweise 3,5%. Auch Bergbau- und Rohstoffunternehmen gaben nach: Anglo American verloren 4,1% und Glencore 3,3%.

Ausserhalb der grossen Indizes gaben die Partizipationsscheine von Lindt & Sprüngli um 0,8% nach. Damit blieb die Kursreaktion auf den Abschied von Konzernchef Adalbert Lechner nach zwei Umsatzwarnungen innerhalb eines Jahres begrenzt. Zwei Wochen zuvor waren die Titel des Schokoladenherstellers auf ein Sechsjahrestief gefallen.

Auch geänderte Analystenempfehlungen bewegten einzelne Aktien. Der Betreiber Euronext stieg um 1,3%, nachdem Citigroup die Aktie auf «Kaufen» hochgestuft hatte. Der britische Tabak- und Konsumgüterkonzern Imperial Brands verlor dagegen 1,8% nach einer Abstufung auf «Halten» durch Jefferies.

Quelle: cash.ch — All News

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
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