Markets-Desk·im Tagesverlauf aktualisiert
Märkte/AktienArtikel

Schwäche der US-Banken deutet auf Einbruch im Anleihehandel bei UBS und europäischen Konkurrenten hin

Der Rückgang im Anleihehandel an der Wall Street im dritten Quartal deutet auf sinkende Handelserträge bei grossen europäischen Banken wie UBS und Deutsche Bank hin, belastet durch steigende Zinsen und wachsende politische Unsicherheit.

Redaktion Helvetic Markets · 19 Oct 2026 · 16:00 · 2 Min. Lesezeit
Teilen
Schwäche der US-Banken deutet auf Einbruch im Anleihehandel bei UBS und europäischen Konkurrenten hin
Photo: Roland zh / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der Rückgang im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren an der Wall Street im dritten Quartal deutet auf Gegenwind für europäische Banken hin, die einem ähnlichen Trend wie ihre amerikanischen Konkurrenten folgen dürften. Philip Richards, Analyst bei Bloomberg Intelligence, verwies auf ein gemeinsames Umfeld steigender Zinsen und wachsender Unsicherheit. Die Lage in Frankreich mache es für europäische Institute zusätzlich kompliziert. Laut von Bloomberg erhobenen Schätzungen droht der Société Générale im dritten Quartal ein Rückgang der Erträge aus dem Anleihe- und Devisenhandel um rund 10%, der stärkste unter den europäischen Investmentbanken. Auch die Deutsche Bank, BNP Paribas und UBS dürften tiefere Erträge im Anleihehandel ausweisen. Eine Ausnahme bildet Barclays.

Die Entwicklung folgt auf Rückgänge bei den US-Konkurrenten, deren Erträge im Anleihehandel im Durchschnitt um 5% sanken. Goldman Sachs führte ihr Ergebnis auf tiefere Nettoerträge mit Hypotheken- und Kreditprodukten zurück. JPMorgan Chase verbuchte im Bereich Anleihen, Devisen und Rohstoffe erstmals seit mehr als zwei Jahren einen Ertragsrückgang gegenüber dem Vorjahr. Morgan Stanley meldete das zweitschwächste Quartal seit drei Jahren. Bank of America verzeichnete mit 17% einen mehr als dreimal so starken Rückgang wie der Branchendurchschnitt, während sich die Citigroup gegen den Trend entwickelte.

Der Anleihehandel steht unter Druck, weil die hohen Zinsen die Emission neuer Schuldtitel bremsen. In den USA halten sich Kunden angesichts der Fragen zu den nächsten Schritten der US-Notenbank Fed mit grossen Positionen zurück, und neue Inflationssorgen belasten die Zinsprognosen zusätzlich. Mit den wachsenden Sorgen um die französischen Staatsfinanzen dürfte die Volatilität am Anleihemarkt zunehmen. Die Verschuldungslage Frankreichs weckt europaweit Ansteckungsängste und rückt Institute wie Société Générale, BNP Paribas und Crédit Agricole wegen ihrer grossen Bestände an französischen Staatsanleihen in den Fokus.

Während US-Banken Schwächen im Anleihehandel häufig mit dem Aktienhandel ausgleichen, haben europäische Institute dafür nur begrenzte Möglichkeiten. Barclays und Société Générale konnten die starke Entwicklung der Wall Street im Aktienhandel im zweiten Quartal nicht nachvollziehen. Damit droht im dritten Quartal eine breite Schwäche im europäischen Investmentbanking. Die KBW-Analysten Thomas Hallett und Andrew Stimpson sehen UBS dank begrenzter Kreditrisiken und eines starken Fokus auf den Devisenhandel, der sich innerhalb des Handelsgeschäfts besser entwickelt, relativ gut positioniert. Richards von Bloomberg sieht Barclays als möglichen Lichtblick, wobei das Potenzial für deutlich stärkere Ergebnisse begrenzt bleibe.

Barclays und BNP Paribas wollten sich vor der Veröffentlichung ihrer Zahlen nicht äussern, Société Générale, die Deutsche Bank und UBS reagierten nicht auf Anfragen. Barclays legt am 22. Oktober Zahlen vor, UBS, die Deutsche Bank und BNP Paribas folgen am 28. Oktober, die Société Générale am 29. Oktober. Der weltweite Ausverkauf an den Anleihemärkten weckt Erinnerungen an die Schuldenkrise von 2012, während anhaltend hohe Ölpreise die Inflationssorgen schüren. Laut Richards sind Risiken an den Staatsanleihemärkten und bei der europäischen Haushaltsdisziplin sichtbar. Der Anleihemarkt habe den Boden noch nicht erreicht, und die Herausforderungen dürften anhalten.

Quelle: cash.ch — Top News

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
Artikel teilen