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SMI holt in einer einzigen Woche die Hälfte seines Jahresgewinns

Trotz steigender Inflation und straffer Geldpolitik legten Schweizer Aktien deutlich zu, weil Anleger von Technologiewerten in defensive Sektoren umschichteten.

Redaktion Helvetic Markets · 17 Oct 2026 · 11:00 · 3 Min. Lesezeit
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SMI holt in einer einzigen Woche die Hälfte seines Jahresgewinns
Photo: Alesia Kozik / Pexels

Hohe Energiepreise treiben die Inflation weltweit nach oben und veranlassen die Zentralbanken, die Zinsen zu erhöhen, um den Preisdruck zu bremsen. Obwohl solche Rahmenbedingungen Aktien normalerweise belasten, verzeichnete der Schweizer Aktienmarkt in der Woche bis zum 16. Oktober 2026 deutliche Gewinne. Der Swiss Market Index, das wichtigste Börsenbarometer des Landes, stieg seit Montag um fast 4,4% und holte damit in einer einzigen Woche die Hälfte seines gesamten Jahresgewinns.

Der Anstieg war breit abgestützt und nicht auf einzelne Unternehmen beschränkt. Auch der SPI, der neben den grossen Konzernen zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen umfasst, schloss die Woche mit einem Plus von 3,2%. Laut Matthias Geissbühler, Anlagechef von Raiffeisen, war eine ausgeprägte Sektorrotation weg von Technologie- und KI-Aktien der wichtigste Auslöser.

An den internationalen Technologiemärkten kam es in dieser Zeit zu deutlichen Rückgängen: Der US-Halbleiterindex verlor zeitweise mehr als 6%, der technologielastige südkoreanische Kospi fiel um über 12%. Anleger lenkten ihr Kapital daraufhin in defensive Branchen wie das Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter, wovon der defensiv ausgerichtete Schweizer Aktienmarkt überdurchschnittlich profitierte. Zusätzlichen Schwung brachten gute Geschäftszahlen. Der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan aus Vernier übertraf mit starken Umsatzzahlen die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg seit Montag um 14%.

Auch die Schwergewichte trugen wesentlich zum Anstieg bei. Laut Jörn Spillmann, Aktienstratege der Zürcher Kantonalbank, hoben die Sektoren Gesundheit und Basiskonsumgüter den Gesamtmarkt dank kräftiger Kursgewinne und ihres hohen Indexgewichts an. Unter anderem legten Sandoz, Lonza, Roche und Nestlé zu. Medikamente und Nahrungsmittel sind auch in wirtschaftlich unruhigen Zeiten gefragt.

In den USA war die Lage schwächer: Der technologielastige Nasdaq 100 verlor spürbar. Hohe Energiepreise heizten die Inflation weltweit an. In den USA stieg die Teuerung im September auf 3,7%, in der Europäischen Union auf 3,8%. Die Zentralbanken reagierten mit Zinserhöhungen und signalisieren eine weitere Straffung der Geldpolitik. Höhere Inflation schmälert die Kaufkraft der Haushalte und trifft direkt zyklische Konsumgüter wie Bekleidung, Elektronik und Autos, deren Kauf sich aufschieben lässt. Gleichzeitig belasten steigende Zinsen wachstumsorientierte Technologiewerte, weil sie den Gegenwartswert künftiger Gewinnerwartungen verringern und schuldenfinanziertes Wachstum verteuern.

Auch die künstliche Intelligenz geriet in dieser Woche in den Fokus und setzte entsprechende Aktien unter Druck. Anleger zweifeln weiterhin, ob die Unternehmen die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur in angemessene Gewinne umwandeln können. Laut Spillmann gibt es am Schweizer Markt zwar IT-Unternehmen, ihr Engagement im KI-Bereich ist jedoch gering. Sie entgingen deshalb der Korrektur und schlossen die Woche entgegen dem globalen Trend deutlich höher.

Beide Experten erwarten weiterhin positive Signale für Schweizer Aktien, auch wenn zwischenzeitliche Korrekturen möglich sind. Laut Spillmann belasten steigende Ölpreise, höhere Inflation und die aktuelle Zinsentwicklung den Schweizer Markt deutlich weniger als die Eurozone, zumal sich die Schweizer Wirtschaft im turbulenten Umfeld gut behauptet. Geissbühler geht davon aus, dass die globale Sektorrotation anhält und der Schweizer Markt grundsätzlich von seinem hohen Anteil defensiver Qualitätsunternehmen profitiert.

Quelle: cash.ch — Top News

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
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