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Für Swisscom wird trotz tieferem Umsatz ein höherer Neunmonatsgewinn erwartet

Analysten rechnen bei Swisscom nach neun Monaten mit tieferem Umsatz, aber höherem Gewinn, gestützt durch Preiserhöhungen und Integrationssynergien.

Redaktion Helvetic Markets · 4 Nov 2026 · 16:00 · 3 Min. Lesezeit
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Für Swisscom wird trotz tieferem Umsatz ein höherer Neunmonatsgewinn erwartet
Photo: Roland zh / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Vor der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen am Donnerstag, 5. November 2026, steht das Telekomgeschäft von Swisscom weiter unter Druck. Sieben Analysten trugen zum AWP-Konsens bei und erwarten einen Umsatz von CHF 10,885 Mrd., nach CHF 11,175 Mrd. im Vorjahr. Der EBITDAaL dürfte in den ersten neun Monaten von CHF 3,777 Mrd. im Jahr 2025 auf CHF 3,85 Mrd. steigen. Auch der Reingewinn dürfte von CHF 988 Mio. im Vorjahreszeitraum auf CHF 1,041 Mrd. zulegen.

Trotz flächendeckender Preiserhöhungen im April schrumpft der Umsatz im Telekomgeschäft weiter. Analysten sehen jedoch laufende Sparmassnahmen und erhebliche Synergien aus der Zusammenführung der Tochter Fastweb mit der übernommenen Vodafone Italia als Treiber des höheren Betriebs- und Reingewinns. Im Sommerquartal dürfte die Dynamik nachgelassen haben. Analysten rechnen für diesen Zeitraum mit Rückgängen bei Umsatz, EBITDAaL und Reingewinn. Der Schwund bei den Privatkunden hält an, das Roaminggeschäft könnte im Sommer gelitten haben, und aggressive Angebote der Konkurrenz sorgen weiterhin für starken Preisdruck.

Auch in Italien belastet der Wettbewerb. Im ersten Halbjahr entgingen Swisscom EUR 90 Mio. Umsatz. Zudem ging der Grosshandelskunde Lyca mit rund 1 Mio. Anschlüssen verloren. Da Swisscom nicht jeden Preiskampf in Italien mitmacht, wird für 2026 mit einem Umsatzrückgang von rund EUR 150 Mio. gerechnet. Im ersten Halbjahr erreichten die Synergien EUR 166 Mio. Swisscom bleibt damit auf Kurs, im Gesamtjahr 2026 Synergien von mehr als EUR 300 Mio. zu erzielen, die Hälfte des bis 2029 angestrebten Gesamtbetrags. In der Schweiz liegt Swisscom ebenfalls auf Kurs, das Sparziel im Telekomgeschäft von mehr als CHF 50 Mio. für 2026 zu erreichen, nachdem im ersten Halbjahr CHF 42 Mio. eingespart wurden.

Swisscom organisiert ihr unter Druck stehendes Schweizer Firmenkundengeschäft neu und bündelt die Beratung zu KI, Daten, Software und digitaler Transformation per 1. April in einer eigenen Tochtergesellschaft. Das übrige Firmenkundengeschäft bleibt bei Swisscom Business Customers. Zu den finanziellen Auswirkungen oder zum Stellenabbau machte das Unternehmen keine Angaben. Zudem errang Swisscom einen juristischen Erfolg gegen die Wettbewerbskommission Weko: Das Bundesverwaltungsgericht hob eine Sanktion auf und genehmigte eine angepasste Bauweise für das Glasfasernetz. Der Konzern kann dadurch von der Telefonzentrale bis zum Verteiler im Strassenschacht eine einzige Zuleitung verlegen, statt jeden Haushalt direkt anzuschliessen. Das senkt die Kosten und könnte 170'000 blockierte Glasfaseranschlüsse wieder in Betrieb bringen, vorbehaltlich eines möglichen Weiterzugs ans Bundesgericht.

Swisscom hält an den Finanzzielen für 2026 fest: CHF 14,7 bis 14,9 Mrd. Umsatz, CHF 5,0 bis 5,1 Mrd. Betriebsgewinn und CHF 3,0 bis 3,1 Mrd. Investitionen. CEO Christoph Aeschlimann hatte im August trotz Preiserhöhungen einen erwarteten Umsatzrückgang von rund CHF 120 Mio. in der Schweiz für das Gesamtjahr genannt, grösstenteils bei Firmenkunden. Die Preiserhöhung vom April bei der Hauptmarke Swisscom trägt dagegen einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag in Franken zum Umsatz bei. Die Anpassungen bei Wingo und Migros Mobile im September haben dieses Jahr kaum Auswirkungen. Werden die Ziele erreicht, stützt dies die geplante Dividendenerhöhung um CHF 1 auf CHF 27 je Aktie.

Die Swisscom-Aktie hat sich nach einem deutlichen Rückgang vom Hoch am 10. März bei CHF 727 erholt. Damals hatte sie den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht, bevor sie auf CHF 604 fiel. Nach dem Überschreiten der Marke von CHF 700 vergangene Woche notiert sie derzeit bei rund CHF 708. Die Erholung gelang, obwohl der Titel im September nach mehr als einem Vierteljahrhundert aus dem Leitindex SMI ausgeschieden war. Die Kursentwicklung spiegelt die starke Nachfrage nach defensiven Werten angesichts von Sorgen über hohe Bewertungen von KI-Aktien wider. Davon profitierten auch andere Schwergewichte aus Pharma und Gesundheit.

Quelle: cash.ch — Top News

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
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