Der Swiss Market Index schloss mit einem leichten Minus von 0,1% bei 14'802,52 Punkten. Nach einem schwachen Handelsauftakt arbeitete sich der Leitindex im Tagesverlauf nach oben. Hauptgrund für das Minus waren deutliche Verluste bei grossen Pharmawerten. Merklich tiefere Ölpreise und positive US-Vorgaben sorgten für etwas Entlastung. Vor den US-Zwischenwahlen und den Quartalszahlen von Apple blieben viele Marktteilnehmer vorsichtig.
Trotz des leichten Rückgangs des Leitindex war die Marktbreite robust: 15 der 20 Indexmitglieder schlossen im Plus. Zu den stärksten Werten zählten Amrize mit einem Plus von 4,4%, Sika mit 3,2% und Holcim mit 3,1%. Am Tabellenende verloren Novartis 1,7%, Roche 1,5% und Galderma 0,7%. Novartis gab nach einer neuen Verkaufsempfehlung der Deutschen Bank nach, die fehlende Kurstreiber und Patentrisiken anführte. UBS stufte Roche nach einer starken Kursrally auf neutral zurück.
Die defensiven Schwergewichte verhinderten ein Plus am Markt. Novartis und Roche belasteten deutlich, während Nestlé mit einem Minus von 0,1% praktisch kein Gegengewicht bot. Medizintechniktitel zeigten sich durchweg fest: Straumann legte 3,3% zu, Alcon 2,3% und Sonova 0,5%. Der Hersteller von Computerzubehör Logitech erholte sich nach den Verlusten der Vorwoche um 0,3%, gestützt durch feste US-Futures.
Am breiteren Markt lösten mehrere Unternehmensmeldungen deutliche Kursbewegungen aus. Autoneum stieg um 9,4%, nachdem der Konzern die geplante Übernahme des französischen Zulieferers Trèves Group bekannt gegeben hatte, mit der er sein Geschäft erheblich ausbauen will. Medartis gewann 6,9%. Das Orthopädieunternehmen stellte dank eines starken US-Geschäfts in Aussicht, seine bisherige Wachstumsprognose zu übertreffen. Arbonia fiel hingegen nach einer erneuten Prognosesenkung um 13,4%. Cembra verlor nach einer Abstufung auf Verkaufen durch UBS 6,9%. Oerlikon gab nach einer Verkaufsempfehlung von Research Partners um 4,3% nach.
Die New Yorker Börsen erholten sich von den deutlichen Verlusten vom Freitag. Vor den nach Börsenschluss erwarteten Zahlen von Apple und den Zwischenwahlen zum US-Kongress überwog bei den Anlegern der Optimismus. Der Nasdaq 100 stieg in der ersten Handelsstunde um 1,04% auf 28'680 Punkte. Vor dem Wochenende war er nach negativen Geschäftsausblicken des Internetkonzerns Amazon und des Chipherstellers Intel um rund dreieinhalb Prozent gefallen. Der Dow Jones Industrial Average machte sein vorheriges Minus von rund einem Prozent mit einem Plus von 1,14% auf 52'358 Punkte wett. Der breiter gefasste S&P 500 legte um 0,93% auf 7'651 Punkte zu.
Beim US-Chiphersteller Marvell Technology führte der bestätigte Ausbau des Geschäfts mit KI-Infrastruktur durch die Übernahme von Lumentum zu einem weiteren Kursverlust von 5,3%. Die Transaktion bewertet den Laserspezialisten einschliesslich Schulden mit rund USD 115 Mrd. und soll vollständig mit Marvell-Aktien finanziert werden. Lumentum verloren nach Spekulationen in der Vorwoche weitere 10% und lagen am Ende des Nasdaq 100. Oracle fielen um 5,2%, nachdem aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgegangen war, dass das Unternehmen neue Aktien für rund USD 10 Mrd. sowie Anleihen für USD 10 Mrd. ausgeben will. In der Vorwoche hatte es angekündigt, für die Wachstumsfinanzierung bis Mitte 2030 lediglich USD 20 Mrd. am Finanzmarkt aufnehmen zu wollen.
Die A-Aktien von Alphabet erholten sich leicht um 2%. Der Google-Mutterkonzern hat Berichten zufolge seine zweite Euro-Anleiheemission des Jahres angestossen, um die Nachfrage der Anleger auszuloten. Inovio Pharmaceuticals sprangen um 190% nach oben, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA Voceryq in einem beschleunigten Verfahren zugelassen hatte. Die Immuntherapie ist für Erwachsene mit rezidivierender respiratorischer Papillomatose bestimmt, einer seltenen, durch humane Papillomaviren verursachten Erkrankung, bei der warzenartige Wucherungen in den Atemwegen entstehen. Estée Lauder verloren 1,4%, obwohl die Quartalszahlen besser als erwartet ausfielen und das Unternehmen nach seiner jüngsten starken Entwicklung die Jahresziele anhob. Check Point Software verloren 5,9%, nachdem der Umsatz im dritten Quartal unter der durchschnittlichen Analystenschätzung geblieben war.
Piper Sandler bestätigte für Take-Two Interactive die Einstufung «Overweight» mit einem Kursziel von USD 290. Eine Umfrage deutet auf eine starke Nachfrage nach Grand Theft Auto 6 vor dem Start am 19. November hin. Von den rund 9'000 befragten Jugendlichen wollen etwa sieben von zehn, die eine PlayStation 5 oder eine Xbox Series S/X besitzen, das Spiel kaufen.

