Markets-Desk·im Tagesverlauf aktualisiert
Märkte/DevisenArtikel

Säule 3a: Zinsen sinken, und viele Sparer unterschätzen den Zinseszinseffekt

Ein Vergleich von 93 Säule-3a-Anbietern in der Schweiz zeigt, dass der Durchschnittszins auf 0,21% gesunken ist. Zwischen den Instituten bestehen grosse Unterschiede.

Redaktion Helvetic Markets · 18 Oct 2026 · 06:00 · 2 Min. Lesezeit
Teilen
Säule 3a: Zinsen sinken, und viele Sparer unterschätzen den Zinseszinseffekt
Photo: Ank Kumar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Viele Menschen in der Schweiz nutzen Einzahlungen in die Säule 3a, um für den Ruhestand vorzusorgen und gleichzeitig Steuern zu sparen. Entsprechend beliebt sind diese Vorsorgekonten. Die Zinsen befinden sich jedoch klar im Abwärtstrend: Der Durchschnittszins liegt derzeit bei 0,21%, wie eine Erhebung des Vergleichsdienstes Moneyland zeigt. Die Auswertung von 93 Säule-3a-Anbietern offenbart grosse Unterschiede zwischen den Finanzinstituten.

Während zahlreiche Banken nur minimale Zinsen bieten, gibt es einige Ausnahmen. Die Westschweizer Caisse d'Epargne d'Aubonne führt den Markt mit einem Spitzenzins von 1,0% an. Die Cornèr Banca folgt mit 0,7% auf dem zweiten Platz. Den dritten Rang teilen sich Crédit Agricole Next Bank, Hypo Vorarlberg Bank, Pilla und Tellco mit je 0,65%.

Euro / US Dollar

EURUSD
Full profile →
—▲ +0.00%
As of —
Chart data unavailable right now.

Für die meisten Kundinnen und Kunden sieht die Realität weniger günstig aus: 68 der 93 untersuchten Institute bieten Zinsen von 0,2% oder weniger. Bei Swiss Life und der Bank J. Safra Sarasin erhalten Kunden auf ihren Konten 0%. Moneyland warnt, dass viele Sparer den Zinseszinseffekt deutlich unterschätzen. Eine Berechnung zeigt die finanziellen Folgen: Wer 30 Jahre lang monatlich 500 Franken einzahlt, kommt bei einem Zins von 0,05% auf rund 181'353 Franken. Bei gleichen monatlichen Einzahlungen und einem Zins von 1,0% beläuft sich das Guthaben nach 30 Jahren auf 209'666 Franken. Das entspricht einer Differenz von mehr als 28'000 Franken.

Hauptgrund für den Zinsrückgang sind die Leitzinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank. Laut Moneyland-Finanzexperte Ralf Beyeler führen diese Senkungen zu einem tieferen Zinsumfeld, das sich mit einer gewissen Verzögerung auch auf die Säule-3a-Konten auswirkt. Im November 2023 lag der Durchschnittszins bei 0,27%, Anfang 2025 bei 0,61% und damit fast dreimal so hoch wie heute.

Besonders tief sind die Zinsen für Kundinnen und Kunden grosser Banken. Sechs landesweit tätige Filialbanken und die vier grössten Kantonalbanken bieten im Durchschnitt nur 0,14%. Die Bank Cler, Raiffeisen, die Migros Bank und Valiant zahlen mit je 0,2% etwas mehr. Am tiefsten liegen Postfinance und die Waadtländer Kantonalbank mit je 0,05%. Angesichts der grossen Unterschiede und der meist hohen Guthaben auf Vorsorgekonten sollten Sparer laut Beyeler einen Wechsel prüfen. Ein solcher Wechsel könne im Ruhestand zu deutlich mehr finanziellen Mitteln führen.

Quelle: cash.ch — Top News

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
Artikel teilen