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Schweizer Banken setzen zunehmend auf bestehende Kernbankensysteme

Eine neue Studie der Hochschule Luzern zeigt, dass eine klare Mehrheit der Schweizer Retailbanken inzwischen plant, ihre bestehenden Kernbankensysteme beizubehalten.

Redaktion Helvetic Markets · 12 Oct 2026 · 11:00 · 2 Min. Lesezeit
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Schweizer Banken setzen zunehmend auf bestehende Kernbankensysteme
Photo: Ank Kumar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Eine klare Mehrheit der Schweizer Retailbanken setzt bei ihren Kernbankensystemen auf betriebliche Kontinuität. Dies steht in deutlichem Gegensatz zur Stimmung vor vier Jahren. Ein Vergleich zweier Umfragen des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern zeigt, dass rund zwei Drittel der teilnehmenden Finanzinstitute inzwischen davon ausgehen, auch in zehn Jahren noch mit ihrer heutigen Kernbankensoftware zu arbeiten. Dieser Anteil hat sich seit der vorherigen Umfrage von 2022 ungefähr verdoppelt.

Die Ergebnisse sind Teil der neuen Studie «Core Banking Systems 2026», die in Zürich vorgestellt und öffentlich zugänglich gemacht wurde. Vor vier Jahren war die Wechselbereitschaft deutlich höher. Im Jahr 2022 konnten sich zehn Prozent der befragten Institute vorstellen, ihr Kernbankensystem bis 2027 zu wechseln. Weitere 26% hielten einen Wechsel zwischen 2027 und 2029 für wahrscheinlich, und zusätzliche 32% nannten den Zeitraum zwischen 2029 und 2032. Insgesamt erwarteten damals rund 68% der befragten Banken einen möglichen Systemwechsel bis 2032.

Die Skepsis gegenüber der bestehenden Infrastruktur hatte nachvollziehbare Gründe. Während die Banken Stabilität und Funktionsumfang schätzten, kritisierten sie hohe Kosten, veraltete technische Architekturen und langsame Entwicklungszyklen. Monolithische Systeme, in denen zentrale Funktionen eng miteinander verflochten sind, galten zunehmend als Hindernis für die rasche Einführung neuer digitaler Dienstleistungen. Heute beurteilen die Banken die Lage jedoch positiver. Etablierte inländische Anbieter wie Avaloq und Finnova sowie weitere Marktteilnehmer haben nach Einschätzung der Studienautoren Fortschritte erzielt, gehen wirksamer auf Kundenbedürfnisse ein und schaffen mehr Transparenz bei ihren technologischen Entwicklungsplänen.

Die erwarteten Alternativen haben sich dagegen weitgehend nicht materialisiert. Vor vier Jahren weckten Kernbankensysteme europäischer Neobanken Erwartungen, doch der Eintritt in den Schweizer Markt erwies sich als schwierig. Eine zentrale Hürde ist die sogenannte Helvetisierung: Internationale Lösungen müssen an die regulatorischen, steuerlichen und betrieblichen Besonderheiten des Schweizer Bankensektors angepasst werden. Mehrere potenzielle Umsetzungsprojekte scheiterten an diesen Anforderungen.

Die Studienautoren Urs Blattmann und Thomas Fischer warnen dennoch davor, die höhere Zufriedenheit als dauerhafte Garantie für etablierte Anbieter zu betrachten. Generative künstliche Intelligenz könnte den Markt grundlegend verändern. Moderne Werkzeuge ermöglichen eine schnellere Analyse, Neuprogrammierung und Prüfung bestehender Softwarearchitekturen. Bisher erforderte der Aufbau eines Kernbankensystems mindestens ein Jahrzehnt und Investitionen im hohen zweistelligen oder im dreistelligen Millionenbereich. KI stellt diese Annahme jedoch infrage.

Die Autoren verweisen auf einen an einer Veranstaltung von Swiss Fintech Innovations vorgestellten Fall aus der Bahnbranche, bei dem eine monolithische IT-Lösung von 2008 mithilfe generativer KI innerhalb von drei Monaten ersetzt wurde. Grössere Finanzinstitute könnten daher erneut erwägen, eigene Kernbankensysteme zu entwickeln, statt lediglich ergänzende Anwendungen um bestehende Software herum aufzubauen. Etablierte Anbieter könnten KI nutzen, um die Modernisierung ihrer Software zu beschleunigen. Zugleich könnten neue Marktteilnehmer profitieren, da finanzielle und technologische Eintrittshürden sinken.

Quelle: finews.ch

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
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