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Kärcher-Chef warnt vor «perfektem Sturm» in Europa und drängt auf rasche Wirtschaftsreformen

Hartmut Jenner warnt, Deutschland und Europa drohten Deindustrialisierung, unfairer globaler Wettbewerb und hohe regulatorische Belastungen.

Redaktion Helvetic Markets · 1 Nov 2026 · 11:00 · 3 Min. Lesezeit
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Kärcher-Chef warnt vor «perfektem Sturm» in Europa und drängt auf rasche Wirtschaftsreformen
Photo: Tokumeigakarinoaoshima / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Deutschland und Europa stecken laut Hartmut Jenner, dem CEO des deutschen Reinigungsgeräteherstellers Kärcher, in einem schweren wirtschaftlichen Abschwung, den er als «perfekten Sturm» bezeichnet. In einem Gastbeitrag schrieb Jenner, geopolitische Spannungen belasteten die europäische Wirtschaft schwer. Die unberechenbare US-Handelspolitik berge ständig die Gefahr neuer Zölle und Handelsbarrieren und schaffe damit ein vergiftetes Umfeld für den freien Welthandel und exportabhängige Unternehmen.

Neben der US-Handelspolitik bereitet Jenner auch China Sorgen. Das Land habe sich von einem Billigproduktionsstandort zu einem äusserst aggressiven Technologiekonkurrenten entwickelt. Gestützt auf eine gezielte staatliche Industriepolitik, massive Subventionen in strategischen Branchen und eine auf Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtete Währungspolitik gehe China mit enormem Tempo vor und verursache Marktverzerrungen und Überkapazitäten. Für Privatunternehmen wie Kärcher entstehe so ein Ungleichgewicht, das einen fairen globalen Wettbewerb nahezu unmöglich mache.

Jenner leitet Kärcher seit 2001. In seiner Amtszeit haben sich Belegschaft und Umsatz jeweils verdreifacht. Die Deindustrialisierung sei kein abstraktes Risiko mehr, sondern Realität, sagte er mit Verweis auf den Verlust Tausender Industriearbeitsplätze und sinkende Produktionsmengen. Wenn Schlüsselbranchen wie die verarbeitende Industrie und die Automobilbranche über Werkschliessungen und Produktionsverlagerungen verhandelten, sei ein kritischer Wendepunkt erreicht. Kärcher hat diesen Schwierigkeiten mit hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung begegnet und beschäftigt in diesem Bereich weltweit mehr als 1'000 Mitarbeitende, die sich mit Reinigungsrobotern, Batterietechnologien und der Digitalisierung des Geschäfts befassen. Das 1935 gegründete Familienunternehmen mit Sitz in Winnenden in Baden-Württemberg erzielte 2025 mit 17'000 Mitarbeitenden in 87 Ländern einen Umsatz von knapp EUR 3,5 Mrd., davon 86% im Ausland.

Obwohl Kärcher mit mehr als 3'000 Produkten zu den Innovationsführern zählt, sind neue Produktionsstätten und zusätzliche Arbeitsplätze in Deutschland und Europa angesichts steigender Struktur- und Arbeitskosten wirtschaftlich kaum tragbar. Jenner kritisierte die deutsche Regierung: Das prognostizierte Wirtschaftswachstum von 1,3% stimme zwar vorsichtig optimistisch, sei im Kern aber «Wachstum auf Pump». Es werde künstlich durch Staatsschulden, Rüstungsaufträge und Subventionen angetrieben und beruhe nicht auf einer selbsttragenden Erholung der privaten Investitionen. Die anhaltende Schwäche sei vor allem hausgemacht. Reformmüdigkeit und eine Regulierungswut von Brüssel bis Berlin erstickten den unternehmerischen Mut.

Der Kärcher-Chef forderte ein umfassendes Fitnessprogramm für Deutschland, das starre Regeln, überbordende Bürokratie, hohe Energiekosten und steigende Lohnnebenkosten angeht. Dokumentationspflichten kosteten Millionen und bänden Personal, das im Kerngeschäft gebraucht werde. Jenner plädierte für einen Kulturwandel hin zu Behörden, die pragmatisch, schnell und mit KI-Unterstützung als Dienstleister arbeiten. Er sprach sich auch für eine Debatte über den Arbeitsmarkt aus. Die demografische Entwicklung mache mehr Arbeitsvolumen insgesamt nötig: durch Anreize für Überstunden, flexible Arbeitszeiten, praxistaugliche Regeln für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und weniger Bürokratie bei der Einstellung von Fachkräften. Von der EU verlangte er zudem eine entschlossene Handelspolitik, die faire Bedingungen gewährleistet und Regelverstösse ahndet. Um die Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft wiederherzustellen, brauche es weniger Bürokratie, mehr Tatkraft und Eigenverantwortung sowie verlässliche Rahmenbedingungen.

Quelle: Euronews – Business

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
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