Safirum lancierte den Franken-Stablecoin am Dienstag im Clouds im Zürcher Prime Tower. Rund 60 Vertreter von Schweizer Finanzinstituten, der Blockchain-Branche und Partnern des neuen Tokens nahmen teil. Das Team um CEO Bastien Thiébaud, den früheren Leiter des Finanzplaners Mithras, entwickelte CHF-S als erste öffentlich verfügbare Umsetzung eines Stablecoins im Rahmen der FINMA-Richtlinien.
Daneben gibt es weitere Vorhaben. Dazu zählen der dezentrale Frankencoin ausserhalb regulierter Stablecoins mit identifizierbarem Emittenten und ein in Deutschland ausgegebener Franken-Stablecoin von Allunity. Ein Bankenkonsortium testet zudem in einer Sandbox einen Stablecoin mit Bankgarantie; SIX und Twint sind kürzlich beigetreten. Die Bankgarantie ist ein von der Aufsicht zugelassener Weg. CHF-S nutzt den anderen und beschränkt die Nutzung auf Wallets, die gemäss Geldwäschereivorschriften auf einer Zulassungsliste stehen. Dazu trat Safirum der Selbstregulierungsorganisation VQF bei.
Hans Kuhn, früherer Chefjurist der Schweizerischen Nationalbank und Berater von Safirum, verwies auf eine bankengesetzliche Ausnahme: Einlagen qualifizierter Anleger mit professioneller Tresorerie gelten nicht als Publikumseinlagen. Token ausgeben dürfen folglich nur institutionelle Akteure, deren Tresorerie mindestens eine Vollzeitstelle erfordert. Das Wertpapierhaus Maverix war der erste Minter. Mitgründer und Co-CEO Giuliano Glocker sieht den Stablecoin als Basis für neue Anwendungen, insbesondere im Kundengeschäft und bei der Verwaltung digitaler Vermögenswerte in Vermögensverwaltungszertifikaten.
An der Veranstaltung wurden Berichten zufolge die ersten CHF 10'000 in CHF-S ausgegeben. Live-Demonstrationen zeigten Transfers in Millisekunden und Zahlungen von Wallet zu Wallet am Verkaufspunkt in 1,5 Sekunden praktisch ohne Kosten. Einsatzfelder sind grenzüberschreitende Unternehmenszahlungen, Tresorerie, Abwicklung an Kryptobörsen und Zahlungen für tokenisierte Vermögenswerte. Laut Thiébaud erforderte der Rücktausch digitaler Werte in Franken bisher mehrere Fiatwährungen und Intermediäre. CHF-S vereinfache und verbillige dies. Der Franken sei die fünftmeistgehandelte Währung weltweit, der Stablecoin-Markt aber stark vom US-Dollar geprägt.
CHF-S ist eins zu eins über Konten von Safirum bei der Berner Kantonalbank und Banque Richelieu gedeckt. Weitere Depotbanken sind vorgesehen. Die Lancierung folgt auf ein ausführliches Papier der Schweizerischen Bankiervereinigung aus der Vorwoche, das regulatorische Erleichterungen verlangt. Kuhn bezeichnete den diskutierten Rechtsrahmen als umständlich.

