Der Schlussbericht der parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zu den Ereignissen rund um die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) und ihre frühere Tochter Radicant erscheint nicht wie ursprünglich vorgesehen im Dezember 2026. Neu wird das zweite Quartal 2027 angestrebt.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Zwischenbericht an den Landrat nannte die PUK mehrere Gründe für die Verzögerung. Wichtige Unterlagen der BLKB trafen später als geplant ein. Dadurch verschiebt sich auch das Gutachten der Beratungsfirma gw&p auf Ende Dezember. Zudem beanspruchte die Bearbeitung zahlreicher Anträge der Rechtsvertreter eingeladener Personen viel Zeit. Auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA führt eine eigene Untersuchung zur Radicant-Transaktion mit Numarics durch. Wann die PUK Zugang zu deren Ergebnissen erhält, die als wesentlich für den Schlussbericht gelten, bleibt offen.
Die PUK will ihre Sachverhaltsabklärungen nun im vierten Quartal 2026 abschliessen, im ersten Quartal 2027 intern beraten und den Schlussbericht im zweiten Quartal veröffentlichen. Der Landrat soll den Zwischenbericht am 5. November diskutieren.
BLKB lancierte Radicant 2022 als digitalen Finanzdienstleister mit Fokus auf persönliche Finanzberatung und nachhaltige Lösungen. Im Juli 2025 gab BLKB eine Wertberichtigung von CHF 105,5 Mio. auf Radicant bekannt. Zugleich kündigten ihr CEO und ihr Bankratspräsident nach Integrationsproblemen beim Treuhanddienstleister Numarics ihren Rücktritt an. Radicant hatte Numarics 2024 übernommen und ist heute nicht mehr aktiv. Die Ereignisse führten im Kanton Basel-Landschaft zu politischen Folgen: Der Landrat behandelte zahlreiche Vorstösse und setzte im September 2025 die PUK ein.

