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Wirtschaft/InflationArtikel

Schweizer Teuerung steigt im Oktober stärker als erwartet auf 1,5%

Die Schweizer Konsumentenpreise stiegen im Oktober stärker als prognostiziert, vor allem wegen höherer Energiekosten und teurerer Erdölprodukte.

Redaktion Helvetic Markets · 3 Nov 2026 · 11:00 · 3 Min. Lesezeit
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Schweizer Teuerung steigt im Oktober stärker als erwartet auf 1,5%
Photo: Wilfredor / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Schweizer Konsumentenpreisteuerung lag im Oktober über den Erwartungen der Ökonomen. Laut Bloomberg stieg sie von 1,0% im September auf 1,5%. Eine AWP-Umfrage hatte Werte zwischen 1,1% und 1,4% ergeben. Finanzinstitute kommentierten daraufhin die Folgen für die Geldpolitik und die wichtigsten Preistreiber.

Renato Flückiger, Anlagechef der Valiant Bank, wertete die Überraschung als Warnsignal, nicht als unmittelbaren Auftrag zur Zinserhöhung. Für die SNB werde das Abwarten schwieriger. Valiant rechne vorerst weiter mit einem Leitzins von 0%, sehe aber ein grösseres Risiko eines früheren Schritts. Die Bank erwartet im März 2027 eine Erhöhung auf 0,25% und ab Mitte 2027 einen weiteren Schritt auf 0,5%. Laut Flückiger gewinnt der Franken als Teuerungsbremse wieder an Bedeutung. Eine moderate Aufwertung sei eher erwünscht als eine weitere Abschwächung. Höhere Zinsen senken den Ölpreis nicht direkt, können aber verhindern, dass sich Energieschocks über Wechselkurse, Löhne und Preise dauerhaft festsetzen. Die überraschende Zahl erschwert die Lohnrunde 2027. Sollte sich die Inlandteuerung verbreitern, stellen sich für die SNB entscheidende Fragen.

Arthur Jurus, Anlagechef Private Wealth Management bei Oddo BHF, sieht keinen breit angelegten Anstieg des Teuerungsdrucks. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Konsumentenpreise um 0,2%, während die Kernteuerung im Jahresvergleich unverändert bei tiefen 0,5% lag. Energie sei der Haupttreiber, nicht eine überhitzte Schweizer Wirtschaft. Für Haushalte macht sich dies vor dem Winter bei den Energierechnungen bemerkbar: Heizöl verteuerte sich im Jahresvergleich um 81,4%, Benzin um 26,5% und Diesel um 36,9%. Importierte Waren und Dienstleistungen stiegen im Jahresvergleich um 3,7% nach 2,1% im September, Inlandprodukte nur um 0,8%. Das Hauptrisiko für die SNB liege bei möglichen Zweitrundeneffekten, nicht bei der Gesamtteuerung, die im Preisstabilitätsbereich von 0 bis 2% bleibe.

GianLuigi Mandruzzato, Ökonom bei EFG International, sagte, der erneute Anstieg entspreche der Entwicklung im übrigen Europa, besonders bei den Energiekosten. Kern- und Inlandteuerung blieben verhalten, doch der unerwartete Anstieg der Gesamtrate verdeutliche Risiken für die Preisstabilität. Anzeichen anhaltenden Wachstums würden die Option einer moderaten Leitzinserhöhung stützen.

Dr. Reto Cueni, Chefökonom der Syz Group, bezeichnete wie im August die Erdölprodukte als Haupttreiber der Überraschung, mit Folgen für den Verkehr. Drei der fünf wichtigsten Preistreiber im Oktober waren energiebezogen: Benzin, Heizöl und Diesel. Die Teuerung bei inländischen Dienstleistungen stieg zugleich von 1,0% im September auf 1,2% im Oktober und damit über die Mitte des SNB-Zielbands. Im Monatsvergleich sanken die Dienstleistungspreise dagegen wie im Vormonat um 0,2%. Das dürfte die SNB vorerst beruhigen und gegen einen Zinsschritt im Dezember sprechen. Die Kernteuerung ohne Energie und saisonale Lebensmittel blieb bei 0,5% gegenüber dem Vorjahr. Syz rechnet weiter mit einer SNB-Zinserhöhung im ersten Quartal des kommenden Jahres, sieht aber wegen Energiekosten und möglicher Zweitrundeneffekte ein etwas höheres Risiko eines früheren Schritts.

Quelle: cash.ch — Top News

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
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