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Frasers Group sichert sich absolute Mehrheit an Hugo Boss

Der britische Einzelhandelskonzern Frasers Group hat durch gezielte Aktienkäufe die absolute Mehrheit am deutschen Bekleidungshersteller Hugo Boss erworben.

Redaktion Helvetic Markets · 26 Oct 2026 · 11:00 · 2 Min. Lesezeit
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Frasers Group sichert sich absolute Mehrheit an Hugo Boss
Photo: RDNE Stock project / Pexels

Das britische Unternehmen hält laut einer Mitteilung nun 50,08% der Aktien von Hugo Boss. Damit kann Frasers sämtliche ordentlichen Beschlüsse an Hauptversammlungen selbstständig mit einfacher Mehrheit fassen, darunter Entscheidungen zur Gewinnverwendung und zur Entlastung des Vorstands. Bei unvollständiger Präsenz an den Versammlungen genügen noch geringere Stimmrechtsanteile, womit der Investor die operative Kontrolle erhält. Zuvor hatte die Beteiligung bei 47,89% gelegen, sodass nur noch wenig bis zur Mehrheitsschwelle fehlte.

Damit ist das am 1. September bekanntgegebene Ziel erreicht, durch laufende Aktienkäufe am offenen Markt die Marke von 50% zu überschreiten, nachdem ein früheres Übernahmeangebot nicht zum Ziel geführt hatte. Frasers Group gehört mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley. Ihre bekannteste Marke ist die Einzelhandelskette Sports Direct. Hinzu kommen zahlreiche Beteiligungen, darunter am Onlinehändler Asos.

Als Folge des Übernahmekampfs kündigte Aufsichtsratspräsident Stephan Sturm Mitte September seinen Rücktritt an. Das Verhältnis zwischen dem Grossaktionär und der Unternehmensführung war seit Längerem angespannt. Frasers hatte Sturm im Dezember das Vertrauen entzogen. Zu den Streitpunkten gehörten die Dividendenausschüttungen.

Der britische Konzern hatte seit Mitte Juni versucht, die Kontrolle über das Unternehmen mit Sitz in Metzingen zu übernehmen. Mit einem freiwilligen öffentlichen Angebot bewertete Frasers das Unternehmen mit rund EUR 2,7 Mrd. Der Bekleidungshersteller hielt die angebotenen EUR 38 je Aktie für unzureichend und riet den Aktionären zur Ablehnung.

Frasers ist auch bei anderen deutschen Einzelhandels- und Sportbekleidungsunternehmen aktiv. Der Konzern hatte vor dem Verkauf der Kette nach Italien Interesse an Sportscheck verfolgt und im Frühjahr eine Beteiligung an Puma offengelegt.

Der deutsche Bekleidungshersteller litt im zweiten Quartal unter der schwachen Konsumstimmung in Europa und einem laufenden Konzernumbau. Der Gesamtumsatz sank gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf EUR 905 Mio. Schwächere Nachfrage zeigte sich vor allem in Kernmärkten wie Deutschland, Grossbritannien und Frankreich. Hinzu kamen Filialschliessungen und reduzierte Flächen im Grosshandel. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sank um 28% auf EUR 59 Mio., der Reingewinn um 32% auf EUR 34 Mio.

CEO Daniel Grieder ist seit rund fünf Jahren im Amt und führt eine grundlegende Neuausrichtung zur Lifestyle-Marke mit Fokus auf Digitalisierung, auffälliges Marketing und eine jüngere Zielgruppe. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 20'000 Personen, davon mehr als 4'400 in Deutschland.

Der Bekleidungshersteller gehörte zuvor dem Finanzinvestor Permira. Dieser hatte 2007 durch den Kauf des italienischen Modehauses Valentino zunächst eine beherrschende Stellung erworben. Im Jahr 2009 löste Permira den deutschen Hersteller aus dem italienischen Konzern heraus und brachte ihn in die Holdingstruktur Red & Black ein. Valentino wurde 2012 an einen katarischen Investor verkauft. Permira begann 2011, Teile seiner Hugo-Boss-Beteiligung zu veräussern. In den folgenden Jahren kamen weitere Aktienverkäufe hinzu.

Quelle: cash.ch — Top News

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
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