Markets-Desk·im Tagesverlauf aktualisiert
Märkte/AktienArtikel

Schweizer Unternehmen bereiten Berichte zum dritten Quartal vor – Marktvolatilität hält an

Hohe Energiekosten und Zinssorgen prägen das globale Handelsumfeld, während sich Schweizer Unternehmen auf die Veröffentlichung ihrer Berichte zum dritten Quartal vorbereiten.

Redaktion Helvetic Markets · 9 Oct 2026 · 16:00 · 3 Min. Lesezeit
Teilen
Schweizer Unternehmen bereiten Berichte zum dritten Quartal vor – Marktvolatilität hält an
Photo: Jakub Zerdzicki / Pexels

Die anhaltenden Turbulenzen an den Öl- und Anleihemärkten dürften auch zu Beginn der neuen Handelswoche im Mittelpunkt der Anlegeraufmerksamkeit stehen. Die Experten von Helaba erwarten, dass die angespannte Stimmung an den Finanzmärkten mindestens bis Anfang November anhält, wenn die Zwischenwahlen in den USA stattfinden. Analysten halten es zudem für möglich, dass sich bis dahin eine Lösung im Konflikt zwischen den USA und Iran abzeichnet. Laut Daniela Hathorn, Analystin beim Broker Capital.com, ist für die Märkte entscheidend, ob die Unternehmensgewinne hoch genug bleiben, um die Belastung durch gestiegene Finanzierungskosten aufzufangen. Besonders im Blick steht dabei der Technologiesektor. Ulrich Kater von DekaBank weist darauf hin, dass die wachsende Kluft zwischen dem DAX und den technologielastigen US-Indizes Fragen zur Nachhaltigkeit der Aufwärtsbewegung aufwirft. Nach den Schwankungen der vergangenen Woche lag der deutsche Leitindex am Freitagnachmittag rund ein halbes Prozent unter dem Schlussstand der Vorwoche. Die Analysten von LBBW stellen fest, dass die Aktienmärkte den stetigen Renditeanstieg bislang zwar weitgehend verkraftet haben. Die Korrelation zwischen Aktien- und Anleihekursen hat jedoch stark zugenommen, wodurch sich an den Märkten Korrekturpotenzial aufgebaut hat.

Die Anleiherenditen zeigten im Wochenverlauf Anzeichen einer Stabilisierung, blieben aber nahe ihren Mehrjahreshochs. An den europäischen Anleihemärkten stand Frankreich stark im Fokus, wo die mittelfristigen Aussichten für die öffentlichen Finanzen schwierig bleiben. Zudem trieben die anhaltenden Inflations- und Zinssorgen der Anleger, ausgelöst durch hartnäckig hohe Energiekosten, die Renditen nach oben. Der Preis für Brent-Rohöl stieg gegenüber dem Schlussstand der Vorwoche um rund ein halbes Prozent und blieb nach kräftigen Gewinnen zu Wochenbeginn über der Marke von 100 Dollar.

In der Schweiz werden mehrere Unternehmen in den kommenden Tagen ihre Quartalsergebnisse und Geschäftsentwicklungen präsentieren. Givaudan und Sulzer machen am Dienstag den Auftakt, gefolgt von Bossard sowie Lonza, das seinen Capital Markets Day abhält. Am Donnerstag veröffentlichen VAT, Cicor, DocMorris und Kuros ihre Berichte zum dritten Quartal. Auch in den USA beginnt die breitere Berichtssaison, in der grosse Banken ihre Quartalszahlen vorlegen. Die Anleger wollen Klarheit darüber, wie sich der jüngste starke Anstieg der Anleiherenditen auf Fusionen und Übernahmen, das Kreditgeschäft und die Refinanzierungskosten auswirkt. Vier der sechs grössten US-Finanzinstitute – JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo – berichten am Dienstag. Morgan Stanley und Bank of America folgen am Mittwoch. Der Bankenindex KBW ist seit seinem Höchststand im August um 13% gefallen. Laut Analysten erwarten Anleger die Bestätigung, dass die Projektpipelines in der Kapitalmarktberatung stabil bleiben, das Kreditwachstum planmässig verläuft und die steigenden Einlagenkosten eingedämmt werden. Die Experten rechnen nicht mit einer Wiederholung der während der Bankenturbulenzen 2023 beobachteten nicht realisierten Verluste in Wertpapierportfolios, da die meisten Institute ihr Risikomanagement seither verbessert haben. Das Investmentbanking bleibt unter genauer Beobachtung, nachdem erhöhte Anleiherenditen Ende September zur Absage von Börsengängen geführt hatten. Die Prognosen der Unternehmen im Sektor fallen insgesamt gemischt aus.

Bei den makroökonomischen Veröffentlichungen steht am Mittwoch der US-Inflationsbericht an. Commerzbank-Ökonom Christoph Balz erwartet für September einen deutlichen Anstieg der US-Verbraucherpreise, hauptsächlich aufgrund höherer Benzinpreise. Die Kerninflationsrate ohne Energie und Lebensmittel dürfte zwar moderater ausfallen. Dies wird die US-Notenbank Fed aber voraussichtlich nicht von einer weiteren Zinserhöhung im Dezember abhalten. Weitere Veröffentlichungen umfassen die endgültigen deutschen Inflationszahlen für September am Dienstag, chinesische Handelsdaten am Mittwoch, die Industrieproduktion der Eurozone für August am Donnerstag sowie US-Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze. Die Woche endet mit den endgültigen Inflationszahlen der Eurozone sowie den US-Daten zur Handelsbilanz und Industrieproduktion für September.

Quelle: cash.ch — Top News

Dieser Artikel wurde vom Markets-Desk von Helvetic Markets mit KI-Unterstützung erstellt.
Artikel teilen