Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland verzeichnete 2025 einen Anstieg der Fahrgastzahlen. Dies zeigen vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts, bekannt als Destatis. Im Schienennahverkehr wurden im Jahresverlauf 2,8 Mrd. Fahrgäste befördert, rund 2% mehr als in den vorangegangenen zwölf Monaten. Die Verkehrsleistung dieses Bereichs, gemessen als Summe der von allen Fahrgästen im Schienenpersonennahverkehr zurückgelegten Personenkilometer, stieg auf 66 Mrd. Kilometer. Dies entspricht einem Plus von 3% gegenüber dem Vorjahr.
Der Liniennahverkehr mit Bussen folgte dem Wachstumstrend im Bahnverkehr. Die Zahl der Busfahrgäste stieg um 2% auf 5,5 Mrd. Die gesamte Verkehrsleistung im Busbereich blieb nahezu unverändert bei 39 Mrd. Personenkilometern. Bei den Trams gab es dagegen keinerlei Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Sie beförderten 3,9 Mrd. Fahrgäste, die zusammen 17 Mrd. Personenkilometer zurücklegten, womit die Kennzahlen unverändert blieben.
Über einen längeren Zeitraum von zehn Jahren betrachtet legte der Schienennahverkehr deutlich zu. Die Fahrgastzahlen lagen 2025 um 10% über jenen von 2015. Der stärkste Zuwachs erfolgte zwischen 2015 und 2019, während der anschliessende Zeitraum von 2019 bis 2025 nur ein deutlich bescheideneres Plus von 1% verzeichnete. Die durchschnittliche Reisestrecke eines Bahnfahrgasts betrug 2025 insgesamt 23 Kilometer, nach 21 Kilometern ein Jahrzehnt zuvor im Jahr 2015. Die gesamte Verkehrsleistung im Schienennahverkehr stieg im Zehnjahreszeitraum um 21%.
Bei Bussen und Trams fiel das langfristige Wachstum der Fahrgastzahlen verhaltener aus. Der Liniennahverkehr mit Bussen beförderte knapp 5,5 Mrd. Fahrgäste, womit er das Niveau von 2019 vor der Coronavirus-Pandemie erreichte und um 1% über dem Wert von 2015 lag. Die durchschnittliche Reisestrecke im Busnahverkehr blieb sowohl 2025 als auch zehn Jahre zuvor bei rund 7 Kilometern. Die Fahrgastzahlen der Trams lagen 5% unter dem Niveau von 2019 vor der Pandemie, aber weiterhin 1% über dem Ausgangswert von 2015. Die durchschnittlichen Fahrtstrecken mit Trams blieben bei etwas mehr als 4 Kilometern stabil.
Die Datenerhebung beruht auf umfassenden jährlichen Befragungen aller Anbieter des Liniennahverkehrs mit Eisenbahnen oder Trams sowie der Busunternehmen, die jährlich mindestens 250'000 Fahrgäste befördern. Eine Stichprobe kleinerer Busunternehmen fliesst ebenfalls in die Ergebnisse ein. Die Statistikbehörden weisen darauf hin, dass die Zahlen mit Unsicherheiten behaftet sind, da automatische Fahrgastzählsysteme noch nicht flächendeckend eingesetzt werden. Zudem hat die Einführung des Deutschlandtickets die Ermittlung der Fahrgastzahlen erschwert, weil die Fahrkarten über regionale und zentrale Vertriebskanäle verkauft werden. Den meldenden Unternehmen fehlen deshalb umfassende regionale Verkaufs- oder Nutzungsdaten. Dies könnte insbesondere im Busnahverkehr zu einer Untererfassung der Fahrgastzahlen führen.

